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Studium der Hundepsychologie 

mit Spezialisierung auf


Hundeverhaltensberatung


Der Lehrplan (Übersicht)**

 

Sie haben die Möglichkeit, von den mit * gekennzeichneten Lektionen Auszüge
aus den Skripten zu laden.  Beachten Sie bitte, dass es sich nur um die Auszüge
aus den Skripten handelt. Weiter unten, finden Sie eine Erklärung zu den Kapiteln.
 

 
1. Grundlagen der Allgemeinen Verhaltensbiologie (Ethologie) 
  Lektion 1: Geschichte der Ethologie und das Ethogramm
  Lektion 2: Verhaltensphysiologie 1
  Lektion 3: Verhaltensphysiologie 2
  Lektion 4: Lernen/Gedächtnis
  Lektion 5: Verhaltensökologie 1
  Lektion 6: Verhaltensökologie 2

2. Spezielle Ethologie des Hundes
  Lektion 7: Abstammung der Caniden, „Sprache“, Verhalten und Sozialstruktur des Wolfes
  Lektion 8: Domestikation, Geschichte des Hundes, Wolf und Hund im Vergleich, Mensch und Hund
  Lektion 9: Videolektion, Ethogramm
 
3. Lernen und Erziehung des Hundes, Rassenkunde und Ontogenese
  Lektion 10: Lernverhalten, Motivation und Ausbildungsmethoden beim Hund
 
Lektion 11: Mit dem Hund unterwegs, Antijagdtraining
  Lektion 12 Rassetypen - trainings- und therapierelevante spezifische Besonderheiten
  Lektion 13: Ontogenese - Welpen und Junghunde
 
4. Der Hund und seine Umwelt, Haltungsfragen 
  Lektion 14: Stressmanagement
  Lektion 15: Mehrhundehaltung
 
5. Verhaltensstörungen und -therapie
  
Lektion 16: Angst und Angstverhalten - Ursachen und Vorgehensweise
  Lektion 17:  Aggression - Ursachen und Vorgehensweise
  Lektion 18 a: Hyperaktivität, Bellverhalten, Territorialverhalten
  Lektion 18 b: Probleme mit Auscheidungsverhalten, Futteraufnahme und Sexualverhalten
  Lektion 19: Beschäftigung und Spiele - trainings- und therapierelevante Besonderheiten
  Lektion 20a: Kommunikation mit Kunden
 
Lektion 20b: Beratungsgespräch  
  Lektion 21: Eine Einführung in die  Praxisorganisation*
  Lektion 22: Verhaltensstörungen und Verhaltenstherapie*
  Lektion 23: Behandlung weiterer verbreiteter Verhaltensprobleme des Hundes*

fakultative nicht prüfungsrelevante Lektionen  
- fakultativ buchbare Lektion zu Verhaltenstherapie mit Kräutern
- auch das Paket der Zusatzlektionen des Studienganges "Hundewissenschaften / Hundetrainer" ist fakultativ buchbar.

Hausaufgaben/Korrekturen
Alle Lektionen des Studienganges "Hundeverhaltensberatung" werden anhand unserer Anweisungen durchgearbeitet. Die Hausaufgaben werden an uns zur Korrektur eingeschickt. Diese erhalten Sie mit belehrenden Kommentaren zurück.

Zeitaufwand je Lektion:
Art und Umfang des Lehrmaterials:( ca.800 Std.) 
23 Lehrbriefe, 5 Filme. 20 Auswertungen der Hausaufgaben, 23 Monate Lehrgangsdauer. Wöchentliche Bearbeitungszeit ca. 9 Zeitstunden.


Erklärung zu den einzelnen Kapiteln 

zu 1: Grundlagen der Allgemeinen Verhaltensbiologie (Ethologie)
Als Vorbereitung für die speziellen ethologischen Themen von Wolf und Hund haben wir mit verschiedenen Hochschuldozenten der Biologischen Fakultäten die verhaltensbiologischen Grundlagen in Form von sechs Lektionen vorbereitet, die jeder Tierverhaltensberater beherrschen muss, um spätere fachspezifische Themen umfassend zu verstehen.


Zu 2: Spezielle Ethologie des Hundes
Im speziellen ethologischen Teil wird das Verhalten von Wolf und Hund sowie die Domestikation und Geschichte des Hundes von Dr. Erik Zimen ausführlich und in spannender Form systematisch abgehandelt. Durch das in diesem Kapitel reichlich vorhandene Filmmaterial wird es ermöglicht, das Verhalten zu verschiedenen Funktionskreisen zuzuordnen und es im Kontext zu verstehen. Auch das Ausdrucksverhalten wird in diesem Zusammenhang beobachtet und gelernt. Weiterführende Artikel vom Dipl.-Biologen Joachim Leidhold zu Freilandstudien an Wölfen und Hunden sowie zu Rangordnung, Rudelstruktur und Dominanz schliessen dieses Kapitel ab.


Zu 3: Lernen und Erziehung des Hundes, Rassenkunde und Ontogenese
Eine besondere Bedeutung für Tierpsychologen, Verhaltensberater und Hundetrainer hat das Kapitel  "Lernen und Erziehung des Hundes". 
in dem Kapitel der allgemeinen Verhaltensbiologe  haben Sie die allgemeinen Grundlagen von  Lernen und Gedächtnis erarbeitet, verfasst von Dr. Prior, der als Experte für allgemeine Lernvorgänge gilt. In diesem Kapitel geht es um Lernverhalten, Motivation und Ausbildungsmethoden, bezogen auf den Hund. 

Die Inhalte der ersten Lektion dieses Kapitels, geschrieben von der Biologin Sabine Winkler, erklären die lernbiologischen Grundlagen, die zu einem erfolgreichen Hundetraining führen. Hundeverhaltensberater erhalten hier grundlegende Kenntnisse darüber, wie die Lerntheorien sich bei der Therapie von Verhaltensstörungen einsetzen lassen.  In der Lektion „Rassetypen - trainings- und therapierelevante rassespezifische Besonderheiten“ werden die verschiedenen Hundetypen und ihre Besonderheiten vorgestellt.

Die Welpen- und Jugendentwicklung ist von entscheidender Bedeutung für das spätere Leben eines Hundes. Hier kann viel schief laufen. Dr. Ute Blaschke-Berthold zeigt aus Sicht der Wissenschaft und der Praxis, worauf es wirklich ankommt und begutachtet einige weit verbreitete Ansichten zur Welpenentwicklung mit kritischem Blick. 
Die Lektion „Mit dem Hund unterwegs, Antijagdtraining“, geschrieben von Pia Gröning, ist sehr praxisbezogen. Alles, was einem auf dem täglichen Spaziergang mit dem Hund begegnen kann, wird hier sehr anschaulich bearbeitet. Es werden Lösungen angeboten und auch Maßnahmen vorgeschlagen, die helfen, dass sich ein Problemverhalten erst gar nicht etabliert. 


Zu 4: Der Hund und seine Umwelt, Haltungsfragen
In der Hundehaltung wird zu wenig darauf geachtet, ob die Haltungs -und Lebensumstände den Hund zu sehr psychisch und körperlich stressen. Das begünstigt entscheidend die Entwicklung von Verhaltensproblematiken, worauf Dr. Ute Blaschke-Berthold fundiert hinweist. Ohne gezieltes Arbeiten an stressenden Faktoren des sozialen Umfeldes und der Haltungsumstände kann eine Verhaltensberatung nur bedingt erfolgreich sein.

Der Trend in der Hundehaltung geht hin zur Haltung mehrerer Hunde. Was dabei alles zu beachten ist, damit dies auch für alle Beteiligten zu einem harmonischen Miteinander wird - darüber klärt Maria Hense in  der Lektion "Mehrhundehaltung" auf.

Zu 5: Verhaltensstörungen und deren Therapie
Die folgenden Lektionen zur Verhaltenstherapie geben dem Hundeverhaltensberater ein sicheres Fundament zu allen Verhaltensstörungen, um kompetent diagnostizieren und therapieren zu können.

Hier wird das komplette Repertoire der Verhaltensstörungen besprochen. Sehr umfassend werden die Themen “Angst und Aggressivität” in gesonderten Lektionen abgehandelt, geschrieben von Dr. Ute Blaschke-Berthold und Dr. Renate Jones.  Dr. Silke Sarnow und Maria Hense  schreiben detailliert zu Themen wie Hyperaktivität, Bellverhalten, Territorialverhalten, Probleme mit Auscheidungsverhalten, Futteraufnahme und Sexualverhalten.

Ergänzt wird der Themenblock der Verhaltensberatung durch eine Lektion über sinnvolle Beschäftigung in Haus und Hof, geschrieben von Christina Sondermann. Sie zeigt, wie man mit einfachen Mitteln erfolgreich gegen Arbeitslosigkeit, Langeweile und Stress im Alltag vorgehen kann. Einfache, sinnvolle Beschäftigung des Hundes ist ein wichtiger Baustein im Hundetraining und in der Verhaltenstherapie, welcher die Bindung zwischen dem Hundehalter und seinem Hund vertieft und festigt.

Um langfristig erfolgreich zu sein in Hundetraining und Verhaltensberatung, braucht es vor allem  Kompetenz im Umgang mit Menschen, Empathie und Gespür, um sich nicht in all den Fallstricken zu verheddern, die in der Kommunikation unter Menschen entstehen. Dieses Thema wird in der Lektion "Kommunikation mit Kunden" von Dr. Cathleen Wenz  erschlossen.

In der Lektion "Praxisorganisation und Beratungsgespräch" wird dargestellt, wie wichtig es ist, in der Beratung und Darstellung von Vorschlägen zu VT-Massnahmen einerseits einen klaren, übersichtlichen und leicht nachvollziehbaren Rahmen zu haben. Andererseits wird auch betont, wie wichtig es ist, sich nicht an starre Konzepte zu klammern, sondern sich individuell auf jede Situation, jeden Menschen und jeden Hund einzustellen.

Es werden Formulare zum Downloaden zur Verfügung gestellt, die für die Klientenbefragung hilfreich sind. Ebenso gibt es verschiedene Formulare, die man dem Tierbesitzer im Zuge der Behandlungsempfehlungen geben kann, damit die Compliance seitens der Besitzer erhöht wird. Diese  erleichtern die Arbeit sehr und vermitteln einen professionellen Eindruck. 
 

 

Zu 6. Fakultativ buchbare, nicht prüfungsrelevante Lektionen
Anmerkungen zu den drei fakultativ buchbaren Lektionen von H.R. Askew, kommentiert von Ute Blaschke-Berthold und Joachim Leidhold:

Es ist noch nicht lange her, da waren strukturierte und kompetente Beratung auf dem Gebiet der Hundeverhaltenstherapie eher selten anzutreffen. Was vor allem fehlte, waren umfassende und informative Lehrwerke, die logisch aufgebaut und systematisch vorgehend in die Thematik der Verhaltenstherapie einführten und damit ein Gedankengerüst lieferten, auf das sich die Verhaltensberater in ihrer täglichen Arbeit stützen konnten. Hier leistete Henry R. Askew, der Autor der folgenden Skripten, Pionierarbeit von unschätzbarem Wert. Askew schrieb in den Neunziger Jahren (1996) eines der informativsten und umfangreichsten Werke zur Verhaltenstherapie bei Hunden.
Henry R. Askew war einer der Ersten, der Verhaltensberatung auf ein solides Fundament stellte, bestehend aus Anamnese, Diagnose und Therapieempfehlungen. Sein Werk gehörte fortan zum täglichen Rüstzeug in der Verhaltenstherapie. Das Werk von Askew zeigt allerdings auch die Grenzen der damals vorherrschenden Lehrmeinung auf. Immer mehr Verhaltensberater gelangten bei ihrer täglichen Arbeit zu der Überzeugung, dass die Betonung des dualistischen Prinzips von Belohnen und Strafen noch nicht "der Weisheit letzter Schluss" sein könne.

So investierten führende Verhaltensberater weltweit viel Zeit und Energie, um feinere Methoden der Verhaltenstherapie zu entwickeln, die den Aspekt der Unterdrückung unerwünschten Verhaltens immer weiter in den Hintergrund stellten und Methoden, die auf Belohnung und Erlernen von Alternativverhalten setzen, in den Vordergrund rückten. DIE ANGEWANDTE ETHOLOGIE WURDE ZUNEHMEND ZU EINEM WISSENSCHAFTSGEBIET, DAS BIS HEUTE DURCH EINE FÜLLE INTERDISZIPLINÄRER FORSCHUNGSARBEITEN ANWÄCHST.
 
An diese neuesten Erkenntnissen und Methoden in der Verhaltenstherapie setzen die Kommentatoren Dr. Ute BLASCHKE-BERTHOLD und Dipl. Biologe Joachim Leidhold mit ihren Anmerkungen zu den vorliegenden Skripten von Henry R. Askew an.

Für Sie als Leser beinhaltet dieses Vorgehen eine große Chance, aber auch eine Herausforderung. Eine große Chance, weil Sie beim Durcharbeiten der überarbeiteten Askew-Skripten die Möglichkeit haben, an kontroversen Stellen verschiedene Argumentationslinien kennen zu lernen und Sie dadurch viel "Input" haben, um Ihre eigenen Ansichten und Überzeugungen auf einer fundierten Basis entwickeln können. Dies ist sehr wichtig, da in der "Hundeszene" zunehmend unterschiedlichste Ansichten vertreten und sehr kontrovers diskutiert werden. Sich in diesem Dschungel der Meinungen NICHT NUR eine eigene SONDERN AUCH FUNDIERTE Ansicht erarbeiten zu können, ist für ihre zukünftige Arbeit von unschätzbarem Wert. Daher empfehlen wir jedem angehenden Hundeverhaltensberater, die drei Lektionen von H.R.Askew zur Verhaltenstherapie in die Ausbildung mit einzubeziehen und durchzuarbeiten.
 

Fakultativ buchbar auch eine Lektion, in der vermittelt wird, wie man Verhaltenstherapie mit Kräutern beeinflussen kann. Diese Lektion wurde von einem Apotheker und Dozenten der ATM geschrieben. 
 

Studium der Hundepsychologie  mit Spezialisierung auf  Hundeverhaltensberatung
 
Inhaltliche Beschreibung der einzelnen Lektionen.  Die Reihenfolge kann variieren. Änderungen der Themen zwecks Aktualisierung  behalten wir uns vor!

 

 
Modul 1 (Lektion 1 – 5) - Grundlagen der Allgemeinen Verhaltensbiologie (Ethologie
1
Dipl. Biologe
Frank in der Wieschen
 
Dr. K. Hammerschmidt
Geschichte der Ethologie und das Ethogramm
Geschichte der Verhaltensforschung:
Die Biologie ist neben Physik und Chemie eine der großen anerkannten Naturwissenschaften und beschäftigt sich mit unserer lebenden Umwelt. Als eine bedeutende Teildisziplin innerhalb der Biologie befasst sich die Ethologie mit der Erforschung des Verhaltens von Tieren und Menschen unter Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden. Die Geschichte der Ethologie beginnt mit der einfachen Tierbeobachtung und den Schlüssen, die daraus für die altertümliche Naturphilosophie entwickelt wurden. In dieser Lektion wird der Weg nachgezeichnet von der Naturphilosophie zur Naturwissenschaft, an dessen Ende die Anerkennung der Ethologie als wissenschaftliche Disziplin steht.
 
Ethogramm:
Wer sich mit Verhalten beschäftigt, muss über Grundlagen des Beobachtens, dessen Protokollierung und Auswertung verfügen, genau wie Verhaltensforscher. Dies ist eine grundlegende Erkenntnis für alle, die sich beruflich mit Verhalten beschäftigen. Konzeption und Durchführung von Verhaltensbeobachtungen stehen daher im Fokus dieser Lektion.
 
Klassifikation des Verhaltens:
Ausgangsmaterial für die Klassifikation sind die Verhaltensprotokolle. Eine der am häufigsten benutzten Methode der Klassifikation ist die Vereinigung der Verhaltensweisen zu sog. Funktionskreisen. z. B. allgemeine Bewegungsformen, Komfortverhalten, Spielverhalten, Verteidigungsverhalten und Fortpflanzungsverhalten. In dieser Lektion werden sie in die verschiedenen Funktionskreise eingeführt.
2
Dr. Kurt Hammerschmidt
Dr. Julia Fischer
 
Verhaltensphysiologie
1
Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff „Verhalten“ auf äußerlich wahrnehmbare, aktive Veränderungen, z. B. Bewegungen, Körperhaltungen und Lautäußerungen von Organismen. Im umfassenderen Sinne lässt sich Verhalten als Interaktion, als Wechselwirkung eines Organismus mit seiner Umwelt definieren. Die Wissenschaft, die sich der Interaktion des Organismus mit seiner Umwelt widmet, ist die Verhaltensphysiologie.
Im ersten Teil der Verhaltensphysiologie werden schwerpunktmäßig Themen behandelt wie z. B. Reflexe, Reize und Reizfilter, Attrappenversuche, Verhaltensprogramme, Handlungsbereitschaft, Homöostase, Nerven und Hormonsystem.
3
Dr. Kurt Hammerschmidt
Prof. Dr. Julia Fischer
 
Verhaltensphysiologie
2
Im zweiten Teil der Verhaltensphysiologie lernen Sie die Grundlagen zu:
-Verhaltensentwicklung – angebotenes Verhalten, sensible Phasen, Prägung,
-zeitliche Ordnung im Verhalten – Tagesperiodik, jahreszeitliche Rhythmen
- Orientierung und Navigation
- Kommunikation – phylogenetische Voraussetzungen, Evolution von Kommunikationssystemen, Ritualisierung.
4
Dr. Helmut Prior
Lernen und Gedächtnis
Lernen und Gedächtnis sind zwei verwandte Phänomene, die untrennbar miteinander verbunden sind. Nach einer allgemeinen Definition ist Lernen eine Verhaltensänderung aufgrund von Erfahrung. Dies setzt voraus, dass diese Erfahrung in irgendeiner Weise als Information gespeichert wird, also Gedächtnisbildung erfolgt.
Trotz dieser engen Verknüpfung von Lernen und Gedächtnis ist es sinnvoll, beides zuerst einmal separat zu behandeln. Dabei bezieht sich die Erörterung des Lernens vor allem auf verschiedene Lernprozesse, die Erörterung zum Gedächtnis auf unterschiedliche Systeme, welche der Einspeicherung und dem Abruf von Information dienen.
 
Diese Lektion ermöglicht Ihnen einen wesentlichen Zugang zur Therapie und zum Verständnis der unerwünschten Verhaltensweisen bis hin zu den Verhaltensstörungen beim Tier.
„Lernen und Gedächtnis“ wurde von einem Autor geschrieben, der sich primär mit kognitiver Neurowissenschaft beschäftigt. Dieses neue, schnell wachsende Forschungsfeld hat dazu beigetragen, dass Interpretationen psychologischer Funktionen möglich sind.
Die Inhalte der Lektion berücksichtigen die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft aus dem Blickwinkel der Neuro- und Biopsychologie.
5
Dr. Kurt Hammerschmidt
Prof. Dr. Julia Fischer
 
Verhaltensökologie 1
Die Verhaltensökologie versucht, Fragen wie „Warum singen Vögel?“, „Warum leben manche Tiere in Gruppen, andere als Einzelgänger?“ oder „Warum bilden bestimmte Tiere Territorien aus, andere dagegen nicht?“ mit Hilfe der ökologischen Faktoren, die auf die jeweilige Tiere wirken und den artspezifischen stammesgeschichtichen Voraussetzungen zu erklären. Dabei steht bei der Betrachtung bestimmter Verhaltensweisen der funktionale Aspekt im Vordergrund, d.h. die Frage, wozu eine bestimmte Verhaltensweise dient. Wichtig ist dabei, das Verhalten von Tieren aus der Perspektive der Evolution zu betrachten.
 
Themen dieser beiden Lektion sind:
- Genetische Grundlagen, Erblichkeit des Verhaltens
- Evolution, Anpassung und Fitness
- Kosten und Nutzen von Verhalten, evolutionsstabile Strategien
- Sexueller Konflikt und Selektion, Paarungssysteme und Brutpflege, Altruismus, Gruppenstrukturen.
 
6
Dr. Kurt Hammerschmidt
Prof. Dr. Julia Fischer
Verhaltensökologie 2
Modul 2 ( Lektion 6 – 8) - Spezielle Ethologie des Hundes
7
Dr. Erik Zimen
Ethologie des Hundes 1
Der erste Teil der Lektion „Ethologie des Hundes 1“ von Erik Zimen handelt von der Abstammung des Hundes, seiner Stellung in der zoologischen Systematik, seinen nächsten Verwandten unter den hundeartigen Raubtieren (Caniden) und beschäftigt sich mit der Frage nach dem Stammvater des Hundes.
Sodann werden sie sich sehr ausführlich mit dem Stammvater, mit dem Wolf beschäftigen, insbesondere mit seiner Ökologie und seinem Verhalten. Denn nur genaue Kenntnis über den Anpassungswert (Funktion) der verschiedenen Verhaltensweisen des Wolfes lässt uns auch das Verhalten des Hundes verstehen.
8
Dr. Erik Zimen
Ethologie des Hundes 2
Von zwei Seelen in der „Brust“ eines Hundes haben Sie in der vorigen Lektion die eine kennengelernt: die seiner wilden Erbschaft, die „Natur“ seines Verhaltens. Im Folgenden wird es darum gehen, die andere Seite, den Einfluss der Domestikation, der „Kultur“ auf den Hund und sein Verhalten zu erfahren, die Anpassung des Hundes an das Leben im Hausstand, und was wir Menschen aus dem Wolf in unserer Hand gemacht haben.
Im Einzelnen werden behandelt:
- Domestikation als biologisches Phänomen
- Domestikation des Wolfes
- Geschichte des Hundes – vom Hauswolf zum Haushund
- Wolf und Hund: ein Verhaltensvergleich
- Mensch und Hund
9
Dipl. Biol. Joachim Leidhold
Videolektionen, Übungen zum Verhalten anhand von Filmszenen
 
DVD 1: Welpenentwicklung in einem Wildhundrudel
DVD 2: Welpenerziehung in einem Wildhundrudel
Dieser Teil der Hunde-Ethologie soll ermöglichen, theoretische Kenntnisse über das Verhalten des Wolfes und des Hundes praktisch einzusetzen.
Die beiden Filme ersparen Freilandbeobachtungen und ermöglichen uns, unter klar definierten Haltungsbedingungen zustande gekommenes Verhalten zu bewerten.
Die Übungen anhand von Filmszenen schulen die Beobachtungsgabe.
 
Modul 3 (Lektion 9 – 12) - Lernen und Erziehung des Hundes, Rassenkunde und Ontogenese
10
Sabine Winkler
Lernverhalten, Motivation und Ausbildungsmethoden beim Hund
In dieser Lektion erarbeiten Sie sich einen ganz wesentlichen weiteren Baustein für das Verständnis von Hunden und den Umgang mit ihnen. Es geht darum, wie Hunde lernen, welche Möglichkeiten der Hund überhaupt hat zu lernen, welche Lernmechanismen es gibt, wie sie funktionieren und wie man sie anwenden kann, um das Verhalten von Hunden zu beeinflussen.
 
Der Hund lernt nicht nur, wenn wir mit ihm zum Üben auf den Hundeplatz gehen oder auf der Wiese eine Trainingseinheit mit ihm durchnehmen. Vielmehr lernt er ununterbrochen, wenn er mit uns im Alltag zusammen ist. Wann immer wir mit dem Hund interagieren oder irgendwie auf sein Verhalten reagieren (oder eben nicht reagieren), wirkt das auch auf der Lernebene auf sein Verhalten.
 
Der Hund zieht laufend Regeln aus unserem Verhalten, damit wir für ihn berechenbarer werden und er besser voraussehen kann, was wir vorhaben. Er lernt, welches menschliche Verhalten für ihn welche Konsequenzen hat und welche unserer Verhaltensweisen etwas für ihn Angenehmes oder auch Unangenehmes ankündigen. Er beobachtet uns als wichtigsten Teil seiner sozialen Umwelt permanent, gleicht das Erlebte mit seinen bisherigen Erfahrungen ab und integriert laufend neue Erfahrungen.
 
Dieser enge gegenseitige Austausch ermöglicht es, eine wirklich tiefe und beglückende Kommunikation zu dem Hund aufzubauen, mit dem wir zusammen leben. Es bedeutet aber auch, dass man sich als Hundehalter die wichtigsten Regeln des Lernens aneignen und sie im Umgang mit dem Hund beherzigen und verinnerlichen muss, um das Verhalten des Hundes in gewünschte Bahnen lenken zu können und größere „Missverständnisse“ zu vermeiden.
 
In einer Beratungssituation ist es wiederum wichtig, dass Sie diese Grundregeln des Lernverhaltens dem Hundehalter vermitteln und mit ihm zusammen Möglichkeiten entwickeln können, wie er sie in seinem Alltag mit dem Hund umsetzen und dadurch ein für beide Teile befriedigendes Zusammenleben erreichen kann. Somit bildet das in dieser Lektion zusammengefasste Basiswissen über Lernverhalten eine unabdingbare Voraussetzung, um sich in späteren Kapiteln mit Themen der Verhaltenstherapie bei Hunden zu beschäftigen.
11
Pia Gröning
Mit dem Hund unterwegs und Antijagdtraining
In den vorigen Lektion ging es darum, welche Lernmechanismen es gibt, wie sie funktionieren und wie man sie anwenden kann, um das Verhalten von Hunden zu beeinflussen.
In dieser Lektion geht es um die vertiefte Umsetzung des Wissens in die Praxis, um die Anwendung der Lerngesetze beim alltäglichen Spaziergang mit dem Hund.
 
Spaziergänge und andere Aktivitäten draußen sind meist nicht nur zweckgebunden (der Hund soll sich bewegen und lösen), sondern sie dienen auch der Erholung, der sportlichen Betätigung und des gemeinsamen Spaßes. Doch diese positiven Eigenschaften können schnell getrübt werden, wenn der Mensch sich ständig nach Joggern oder anderen Hunden umsehen muss, dem Bauern erklären muss, warum sein Hund gerade die Kühe über das Feld scheucht, die Parkbesucher ihn fragen, warum denn der Hund im Schlossteich hinter den Enten laut bellend hinterher schwimmt und vieles mehr! Um den Spaziergang genießen zu können, muss der Hund diverse Regeln im Alltag erlernen, viele Reize ignorieren und mit diversen Situationen umgehen können. Die wenigsten Hunde meistern diese Aufgabe ohne vom Menschen darauf vorbereitet zu sein und Alternativverhalten zu erlernen. Deswegen beschäftigt sich dieses Kapitel damit, wie man den Hund auf ein friedliches Miteinander vorbereiten kann.
 
Die präventiven Schwerpunkte sind für jeden Typ Hund anders zu setzen. So wird der Kleine Münsterländer in der Gruppe höchstwahrscheinlich keine Ambitionen haben, den entgegenkommenden Spaziergänger zu stellen, vielleicht interessiert ihn auch der fremde Hund nicht, aber den Enten im Schlosspark wird er ohne entsprechendes Training kaum widerstehen können. Den Hovawart des anderen Kunden in der Gruppe, werden die Enten vielleicht weniger interessieren, aber dafür stellt er diesen komischen Mann mit Hut und teilt den entgegen kommenden Hunden bereits auf Entfernung mit, dass die Begegnung mit ihm eher einem Überrollen gleicht als einer freundlichen Begrüßung. Auch der junge Husky in der Gruppe wird die Menschen vielleicht nicht beachten, denn er hat schon die Kühe auf der nächsten Weide im Visier, was weder den Kleinen Münsterländer, noch den Hovawart interessiert.
 
Wie immer gilt, dass es viel einfacher ist präventiv zu agieren, als gegen bereits etabliertes, unerwünschtes Verhalten zu trainieren. Bereiten Sie Ihren Kunden darauf vor, was ihm alles im Alltag widerfahren kann und wie er agieren kann, damit erst gar kein Problemverhalten auftritt.
Im folgenden Skript finden sich Trainingsvorschläge, die zum einen präventives Handeln ermöglichen und zum anderen bei bereits bestehenden Verhaltensproblemen zu einer Besserung oder Lösung des Problems führen können. Letztendlich kommt es darauf an, dass die Hundetrainerin oder der Hundetrainer die richtigen Werkzeuge aus dem großen Werkzeugkasten der Trainingsmöglichkeiten entsprechend dem zu trainierenden Mensch-Hund-Team auswählt.
12
Sabine Winkler
Rassetypen - trainings- und therapierelevante artspezifische Besonderheiten
Hund ist nicht gleich Hund. Um dem jeweiligen Hundetyp im Training und im alltäglichen Zusammenleben mit ihm gerecht zu werden, braucht es einerseits umfangreiches Knowhow in der Anwendung der Lerngesetze. Ebenso wichtig ist es, sich fundiertes Wissen über rassespezifische Besonderheiten anzueignen – Wissen über Eigenschaften einer Rasse, die sich insbesondere aus deren Einsatz in vergangenen Zeiten ergeben. Diesem wichtigen Baustein zum Verständnis des Hundes widmet sich die folgende Lektion.
 
Wenn es um Hunderassen und ihre Eigenschaften geht, begibt man sich auf ein sehr glattes Parkett. Natürlich vergöttert jeder Züchter oder Liebhaber einer bestimmten Hunderasse „seine“ Rasse und reagiert empfindlich, wenn dieser Rasse auch negative Eigenschaften zugeschrieben werden. Vor allem, wenn es sich dabei um sattsam bekannte Klischees handelt - Dackel kann man nicht erziehen, Spitze kläffen, Rottweiler sind gefährlich usw. -, möchte man seine Lieblingshunderasse gern davor in Schutz nehmen und hat schnell ein überzeugendes Gegenbeispiel zur Hand: den Dackel, der erfolgreich Obedience-Prüfungen läuft, den stillen Spitz aus der Nachbarschaft und den ganz lieben Rottweiler, mit dem man als Kind immer gespielt hat.
 
Nun gibt es natürlich immer extreme Einzelbeispiele, sowohl in die positive als auch in die negative Richtung. Sie helfen aber bei der Einschätzung der allgemeinen Eigenschaften einer Hunderasse nicht weiter, da sie statistische „Ausrutscher“ sein können. Verkomplizierend kommt noch hinzu, dass wissenschaftlich abgesicherte Ergebnisse, an denen man seine persönlichen Erlebnisse messen könnte, auf dem Gebiet leider noch rar sind. So sind wir alle letztlich auf eigene Erfahrungen mit verschiedenen Hunderassen und die Aussagen anderer angewiesen.
 
Dass der so entstandene Eindruck von den typischen Eigenschaften bestimmter Hunderassen nicht immer 100 % objektiv sein kann, ist klar. Denn niemand kann eingehende persönliche Erfahrungen mit jeweils mehreren Vertretern aller möglichen Rassen haben. Sympathie und Antipathie spielen eine Rolle, selbst wenn man sich bemüht, sie außen vor zu lassen. Und auch der Zufall hat ein Wörtchen mitzureden. Wer z.B. eine Hundeschule betreibt und in der Nähe einen schlechten Züchter einer bestimmten Rasse hat, kommt automatisch mit relativ vielen misslungenen Exemplaren dieser Rasse in Berührung. Entsprechend ist dann natürlich sein Eindruck und das, was er über diese Rasse zu berichten hat.
 
Zum Erfahrungshintergrund: der Autorin:“ Ich bin von einem Boxer und Dackeln sozialisiert, von Beaglen erzogen und von Weißen Schäferhunden ausgebildet worden. Ich habe vier Würfe von vier verschiedenen Hündinnen aufgezogen (zwei Beagle, zwei Weiße Schäferhunde) und so einige Erfahrung mit Zucht- und Ausstellungswesen gesammelt. Zurzeit lasse ich mich davon faszinieren, wie anders meine Kurzhaarcolliehündin im Vergleich zu den Schäferhunden ist, obwohl beide zur Gruppe der Hütehunde gehören. Zudem habe ich im Studium einige Monate lang Foxhounds bei einem Schleppjagdverein beobachtet (das ist ein Verein, der eine Meute Foxhounds hält und züchtet). Durch meine Hundeschule habe ich mittlerweile auch langjährige Erfahrung mit vielen anderen Rassen und Mischlingen, wenn auch natürlich nicht so enge wie mit den selbst gehaltenen.“
13
Dr.Ute Blaschke-Berthold
Ontogenese- Welpen und Junghunde
Die Welpen- und Jugendentwicklung ist von entscheidender Bedeutung für das spätere Leben eines Hundes. Hier kann vieles schief laufen.
Dr. Ute Blaschke-Berthold zeigt in Lektion 13 aus Sicht der Wissenschaft und der Praxis, worauf es wirklich in der Haltung von Welpen und Junghunden ankommt und begutachtet einige weit verbreitete Ansichten zur Welpenentwicklung mit kritischem Blick.
Diese Lektion liefert dem angehenden Verhaltensberater für Hunde die Hintergründe von fehlgeleiteten Entwicklungen in Welpen- und Junghundzeit – ein wichtiger Baustein für das Verständnis von Verhaltensstörungen und die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltenstherapie.
 
Modul 4 (Lektion 14-15) -  Der Hund und seine Umwelt, Haltungsfragen
14
Dr. Ute Blaschke-Berthold
Stress und Stressmanagement
Als ubiquitäre Tierart ist der Haushund überall auf der Welt aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Diese enge Verbundenheit führt zu Herausforderungen und Problemen, besonders in den Gesellschaften, in denen der Hund eine Rolle als Begleiter und Familienmitglied auszufüllen hat.
 
Die räumliche Nähe von Mensch und Hund führt dazu, dass Hunde andere Hunde und Menschen angreifen, verletzten und auch töten. Auf der anderen Seite verführt die ständige Verfügbarkeit der Tiere zu einem konsumorientierten, sorglosen Umgang mit ihnen - Hunde hat man schließlich »schon immer« gehabt. Diese Einstellung führt oft zum Ausblenden der Bedürfnisse des Hundes, und damit schnell zu Lebensumständen, unter denen das Tier leidet.
 
Häufig genug resultiert unerwünschtes Verhalten bei Hunden aus dem Versuch, mit stressenden Lebensumständen zurecht zu kommen. Tiere unter stressenden Lebensbedingungen reagieren schneller und stärker auf Umweltreize, und oft reagieren sie aggressiv. Dieser Zusammenhang zwischen »Stress« und einer Steigerung der Aggressivität des Individuums wurde bereits für viele Tierarten nachgewiesen. Stress-Symptome sind oft die Vorboten aggressiver Reaktionen! Das Erkennen solcher Symptome könnte zu einer dramatischen Verringerung des Auftretens aggressiven Verhaltens führen - wenn Trainer und Bezugspersonen der Hunde entsprechend unterrichtet wären.
 
Aus diesen Gründen kommt niemand an dem Konzept des biologischen Vorganges »Stress« vorbei, der mit Hunden und ihren Bezugspersonen arbeitet. Mentale und körperliche Gesundheit, Verhaltensprophylaxe und die Veränderung unerwünschten Verhaltens - alle diese Bereiche sind untrennbar mit dem Konzept »Stress« verbunden. Deswegen ist es unbedingt erforderlich, Grundkenntnisse zum Thema "Stress" zu erwerben, bevor problematisches oder gar gefährliches Verhalten durch Therapie und Training in Angriff genommen werden kann.
 
Im vorliegenden Skript werden Sie über die Vielfalt des Themas unterrichtet. Schon alleine die historische Entwicklung des Themas zeigt, wie wichtig, aber auch wie schwierig Bearbeitung und Verständnis der Vorgänge rund um den »Stress« sind. Das Skript führt weit über allgemein bekannte Konzepte hinaus und vermittelt grundlegende Kenntnisse über potentielle Stressoren, über die Vielfalt biologischer Reaktionen auf unterschiedliche Stressoren, und über die Möglichkeiten und Grenzen, Stressreaktionen erkennen zu können.
 
Fallbeispiele zeigen, welche Auswirkungen stressende Lebensumstände, unangemessene, aber immer noch weit verbreitete Trainingstechniken und unlösbare Konflikte auf das Verhalten von Hunden haben können. Diese Beispiele geben Einblick, wie sehr aktuelle Lebensumstände des Tieres berücksichtigt werden müssen, um sein Verhalten verstehen und effektiv verändern zu können.
 
15
Maria Hense
Mehrhundehaltung, mit mehreren Haustieren unter einem Dach
Bedeutung der Mehrhundehaltung für Verhaltenstherapeuten
 
„Hundehaltung“ bedeutete in der Vergangenheit meistens, dass ein einzelner Hund eine Menschenfamilie ergänzte. Dies hat sich jedoch verändert! Mehr und mehr werden Hunde zu zweit oder in noch größeren Gruppen gehalten. Aber ist das gut so? Und welche Herausforderungen stellen sich dadurch dem Verhaltenstherapeuten / der Verhaltenstherapeutin?
 
Ein Hund bedeutet viel Spaß – und noch mehr Hunde noch mehr Spaß? Oder bedeutet die Haltung mehrerer Hunde vor allem mehr Arbeit? Hunde sind soziale Tiere. Muss man daher fordern, dass sie auf jeden Fall zu mehreren leben sollten – sonst ist ein glückliches Hundeleben nicht möglich?
 
Jeder kennt Hundegruppen, die harmonisch miteinander leben. Andererseits haben die meisten von Hundegruppen gehört, in denen irgendetwas schief gegangen ist: Blutige Kämpfe, Gruppenangriffe auf fremde Hunde, ein gemeinsam gerissenes Reh oder Ähnliches.
 
Hausbesuche bedeuten nicht mehr in jedem Fall ein gemütliches Gespräch über den einzigen geliebten Familienhund. Statt dessen werden dem Verhaltenstherapeuten / der Verhaltenstherapeutin Hundegruppen vorgestellt, in denen schwer durchschaubare, verworrene Prozesse ablaufen, oder deren Verhalten von so vielen Faktoren beeinflusst wird, dass die Analyse des Problems schwierig werden kann – und die Therapie noch aufwendiger.
 
Immer wieder werden wir gefragt, wenn ein neuer Hund einziehen soll: Welcher Hund passt zu uns? Was können wir tun, um Probleme von Anfang an zu vermeiden?
 
Die Integration eines neuen Familienmitgliedes und die Betreuung von Hundegruppen ragen als besonders bunte, abwechslungsreiche Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag des Therapeuten / der Therapeutin heraus. Sie bieten die Chance, Hundeindividuen noch intensiver kennen zu lernen und zu begleiten – nämlich in ihren (hoffentlich glücklichen) Beziehungen zu ihren Mithunden.
 
Deswegen bietet jede Hundegruppe einen Intensivkurs „Sozialverhalten beim Hund“ – ganz praktisch und oft ganz anders als das Lehrbuch es behauptet. Hundegruppen bieten Gelegenheit zu lernen, Wissen zu überprüfen – und Hunde immer besser und besser zu verstehen.
 
In diesen Skripten werden Themen zum Zusammenleben von Hunden (und mit Hunden) diskutiert, so wie sie im verhaltenstherapeutischen Alltag auftauchen. Grundlegende Informationen zu Hund-Hund- und Hund-Mensch-Beziehungen und zu Gruppenprozessen bieten eine gute Basis zum Verständnis dieser alltäglichen Ereignisse!
 
Eines der umfangreichsten Kapitel umfasst die Verhaltenstherapie bei Hundegruppen. Natürlich lassen sich die Techniken der Einzelhundtherapie (Haltungsberatung, Management, Gegenkonditionierung, Alternativverhalten usw.) auch bei mehreren Hunden anwenden. Hundegruppen bieten darüber hinaus besondere Herausforderungen: Es sind einfach mehr Hunde, die sich gegenseitig beeinflussen. Außerdem entstehen Probleme, die ein einzelner Hund nie hat (z. B. Aggressionen innerhalb der Gruppe). Hier sind besondere Maßnahmen notwendig, welche in dieser Skripte ausführlich geschildert werden.
Modul 5 a (Lektion 16 - 20) - Verhaltensstörungen und deren Therapie
 
16
Dr. Ute Blaschke-Berthold
Verhaltenstherapie - Angst und Angstverhalten
Die Lektion "Verhaltenstherapie bei Angst, Angstverhalten und Trennungsstress" vertieft dieses Wissen und bietet eine Reihe von Werkzeugen und Trainingsbausteinen, mit deren Hilfe Angstverhalten analysiert und verändert werden kann. Verhaltenstherapie ist die Arbeit mit Wahrscheinlichkeiten. Durch verschiedene Maßnahmen verändern wir die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von erwünschten und unerwünschten Verhalten und kommen so dem Ziel näher.
 
Verhaltenstherapie ist immer mit Lernprozessen verbunden. Die Lernbiologie gibt uns einen gültigen Handlungsrahmen, innerhalb dessen wir jeden einzelnen Fall betrachten und bearbeiten können. Für wirksame Verhaltensänderungen müssen wir problematisches Verhalten möglichst genau analysieren. Um welches Verhalten handelt es sich konkret? Was zeigt der Hund? Wie sind seine Reaktionen im Detail? Was löst diese Reaktionen aus? In welchem Umfeld treten die Verhaltensreaktionen mit großer Wahrscheinlichkeit auf? Was folgt direkt nach dem Verhalten? Wie sind die Konsequenzen aus Umwelt und von der Bezugsperson? Welche dieser Faktoren können verändert werden? Dies ist die Betrachtungsweise der funktionalen Verhaltensanalyse, deren Prinzipien den Verhaltensberater durch einen Fall führen, ihm aber sehr viel Spielraum für individuelle Lösungen bieten.
 
Viele Hunde sind in ihrer Lebensqualität durch Ängste eingeschränkt, oftmals entwickelt sich über nicht erkannte Ängste Aggressionsverhalten. Angst ist ein elementares Verhaltensprogramm, das vom Menschen nicht nach Belieben abgestellt werden kann, so dass viele populäre Ratschläge weder sachlich begründet noch besonders effektiv sind. Mit dem neuen Skript können Sie lernen, jeden Fall von Angstverhalten zu analysieren und von dem ersten Gespräch an wirksame Praxishilfen zu geben - unabhängig davon, wie verworren ein Fall auch erscheinen mag.
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Dr. Renate Jones-Baade
Verhaltenstherapie - Aggressionsverhalten
Aufgrund seiner Gefährlichkeit hat Aggressionsverhalten bei Hunden in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sowohl in Europa als auch in den USA zunehmend auf sich gezogen. Dementsprechend beinhaltet ein großer Teil der Fälle, bei denen professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird, aggressives Verhalten. Bei der Gesamtzahl der Fälle, die Verhaltenstherapeuten vorgestellt werden, bewegt sich der Anteil an Aggressionsproblemen zwischen 30% und (bei Spezialisten für Aggressionsverhalten) mehr als 90%.
 
Ansprechpartner für Hundehalter bei derartigen Problemen kommen aus den verschiedensten Berufsbereichen. Es sind u.a. Hundetrainer und Züchter mit oder ohne fachbezogene Ausbildung, Tierärzte, Ausbilder von Diensthunden, Ethologen und sogar Psychologen.
Im Augenblick entwickeln sich außerdem die Berufsbilder des Tierpsychologen und des Tierverhaltenstherapeuten.
 
Diese Vielfalt an potentiellen Ansprechpartnern hat dazu geführt, dass sich bei der Beurteilung von Aggressionsverhalten bei Hunden Worte aus der Umgangssprache mit Bezeichnungen aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen vermischen.
Je nach Therapeut, je nach Kulturkreis werden z. T. gleiche, z. T. auch unterschiedliche Einteilungen verwendet. Dabei muss sogar davon ausgegangen werden, dass auch bei der Verwendung von gleich lautenden Bezeichnungen nicht immer das Gleiche gemeint ist.
Die verwendeten und z. T. sehr unterschiedlichen Klassifikationen und Bezeichnungen machen sowohl einen genauen Vergleich aufgrund der Diagnose wie auch eine Beurteilung von Therapiemaßnahmen hinsichtlich ihres Erfolges außerordentlich schwer wenn nicht sogar unmöglich.
Durch einen kurzen Überblick über Grundlagen wie Entwicklung und Funktion von aggressivem Verhalten sowie über diesbezügliche Lernvorgänge und Definitionen soll eine gemeinsame einheitliche Arbeitsgrundlage geschaffen werden. Darauf aufbauend wird dann auf die Diagnostik und Therapie eingegangen.
Bei den vorgestellten Maßnahmen handelt es sich um wissenschaftlich fundierte verhaltenstherapeutische Vorgehensweisen. Sie können aber selbstverständlich auch in der normalen Hundeerziehung angewendet werden.
Zum Verständnis des vorliegenden Skripts sind gute Kenntnisse in Ethologie und Lerntheorie unbedingt erforderlich.
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Maria Hense 
a)Verhaltenstherapie:
Hyperaktivität, Bellverhalten, Territorialverhalten
 
b)Probleme mit Ausscheidungsverhalten, Futteraufnahme und Sexualverhalten
 
Lektion 18 a: Hyperaktivität, Bellverhalten, Territorialverhalten
 
Teil 1 Hyperaktivität
Gelegentlich werden dem Verhaltenstherapeut Hunde vorgestellt, deren herausragendes Merkmal eine hohes Maß an Aktivität ist. Sie möchten z.B. rennen, rennen, rennen, ziehen unkorrigierbar an der Leine, reagieren heftig auf kleine Reize, kommen schlecht zur Ruhe oder sind „untrainierbar“, weil sie bellen, an der Leine ziehen, buddeln und in die Kleidung ihrer Besitzer beißen, wenn sie sich konzentrieren sollen. Ihre Besitzer leiden sehr unter dem Verhalten ihrer Hunde und haben oft schon eine Odyssee über verschiedene Trainingsplätze und „Fachleute“ hinter sich. In vielen Fällen leiden auch die Hunde: sie erleben häufiger Unfälle, manche entwickeln Ängste oder haben Probleme in Beziehungen zu Menschen (Z.B. zu ihrem Besitzer) und anderen Hunden. 
Es kann eine Erleichterung für Besitzer und Therapeut sein, dann die Diagnose Hyperaktivität zu stellen und als Folge von üblichen Erwartungen und Erziehungs- oder Trainingsmethoden Abstand zu nehmen. Außerdem kann gezielt auf die hyperaktiven Symptome Einfluss genommen, und damit das Leben von Hund und Halter verbessert werden.
Im Teil „Hyperaktivität“ dieser Skripte erfahren Sie wann die Diagnose „Hyperaktivität“ sinnvoll ist, welche Ursachen beteiligt und welche Maßnahmen hilfreich sein können. Außerdem werden neurologische Erklärungen diskutiert.
 

Teil 2 Territorialverhalten und territoriale Aggression
Bellen am Gartenzaun oder wenn die Türklingel geht, Anspringen an, Verbellen von, mehr oder weniger gehemmtes Beißen und Verfolgen von Besuchern gehören zu häufigen störenden Verhaltensweisen von Hunden. Solche unangenehmen Gewohnheiten sind dem Menschen nicht nur lästig (oder sogar gefährlich), sie scheinen manchmal geradezu „resistent" gegen Korrekturmaßnahmen zu sein. 
Diese Verhaltensweisen können Bestandteil normalen territorialen Verhaltens sein. Das Bewohnen, Bewachen und Beschützen eines Territoriums, inklusive der Versuch, einen Eindringling mit Drohen oder Angriff zu vertreiben, ist Normalverhalten von Hunden. Hier gerät also die Natur des Hundes mit den Interessen des Menschen in Konflikt.
Territorialverhalten inklusive Aggression ist nur dann veränderbar, wenn verstanden wird, was es ist.
Dieses Skriptum beschreibt Territorialverhalten beim Hund. Darüber hinaus wird territoriale Aggression von anderen Formen der Aggression abgegrenzt und besprochen, welche Formen von Territorialverhalten behandlungsbedürftig sind, und wie therapiert werden kann.

Teil 3 Unerwünschtes Bellen
Der Verhaltenstherapeut wird gerufen, wenn das Bellen eines Hundes für den Besitzer zur Belastung geworden ist. Dabei wird Bellen in sehr unterschiedlichem Maße hingenommen. Manche Menschen leben zufrieden mit häufigen und vielfältigem Bellen ihrer Hunde, andere wünschen sich, dass ihre Hunde niemals bellen. Sicher ist dies auch von der Wohnumgebung abhängig. In einem Wohnhaus mit mehreren Wohnungen kann die Lebensqualität der Nachbarn unter dem Bellen eines Hundes leiden, was Konflikte verursachen kann. 
Bellen ist Normalverhalten der meisten Hunde und gehört zum Leben mit Hunden dazu. Ein „bellfreies“ Leben ist mit Blick auf die psychische Gesundheit für viele Hunde nicht wünschenswert.
Trotzdem kann die Therapie unerwünschten Bellens sinnvoll sein, denn:
Art und Ausmaß der Lautäußerungen des Hundes werden durch Erfahrungen verändert, und gerade das Bellen kann durch Lernen in Frequenz und Intensität ganz erheblich gesteigert werden.
In vielen Fällen kann durch die Therapie die Häufigkeit des Bellens vermindert werden, ohne das Wohlbefinden des Hundes zu beeinträchtigen.
Häufiges Bellen kann ein Anzeichen für ein behandlungsbedürftiges Verhaltensproblem sein (z.B. Trennungsangst oder Probleme des Sozialverhaltens gegenüber anderen Hunden)
In diesem Teil der Skripte werden die verschiedenen Formen von Bellen, ihre Entstehung und Einflüsse auf ihre Häufigkeit diskutiert und therapeutische Möglichkeiten vorgestellt.
 
 
Lektion 18 b: Probleme mit Ausscheidungsverhalten, Futteraufnahme und Brutpflegeverhalten

Verhalten am Futter: Normales Verhalten, Konflikte beim Zusammenleben mit dem Menschen und Verhaltensstörungen
 
1.           Übersicht
2.           Grundlagen
2.1.               Normales Fressverhalten und Bedürfnisse von Hunden an ihr Futter
2.1.1.          Häufigkeit der Futteraufnahme
2.1.2.          Verhalten am Futter
Verhaltensweisen der Futterbeschaffung:
Verhaltensweisen der Futterzubereitung und -lagerung
2.1.3.           Verteidigung von Futter
2.2.               Diskussion von Fütterungsregimen aus Verhaltenssicht
2.2.1.          „ad libitum“-Fütterung

Mahlzeiten
2.2.2.          Handfütterung
2.2.3.          Fütterung aus Futterspielzeugen
2.2.4.          Kauartikel / Nageartikel ohne Nährwert
2.2.5.          Verbindung der Futtergaben mit Gehorsamsübungen
2.2.6.          Fastentage
 
2.3.               Futtervorlieben
2.3.1.           Eigenschaften von Futter
2.3.2.           Genetische Einflüsse
2.3.3.           Einfluss von Erfahrungen
 
Neophobie / Neophilie
 
3.           Abweichende Verhaltensweisen
3.1.               Überblick
3.2.               Besonderheiten bei Hausbesuch und Anamnese
3.3.               Grundlagen der Therapie
3.3.1.           Information der Besitzer
3.3.2.           Verbesserung des Fütterungsregimes
3.3.3.           tiermedizinische Untersuchung
3.3.4.           Management
 
3.4.               Koprophagie
3.5.               Nagen/Zerstörung von Gegenständen
3.6.               Pica
3.7.               Hypo - /Anorexie
3.8.               Hyperphagie / Adipositas
3.9.               Fress-Störungen als Symptome für andere Verhaltensauffälligkeiten
3.9.1.           Angststörungen und Posttraumatische Belastungsstörung
3.9.2.           Kognitive Dysfunktion
 Obsessiv-kompulsive Störung
 
4.           Störungen des Trinkverhalten
 
Gliederung mütterliches Verhalten
1.           Überblick
2.           Brutpflegeverhalten – Grundlegendes
2.1.               Hormone
2.2.               Verändernde Einflüsse
 
3.           Verhalten vor der Geburt
3.1.               normales Verhalten
3.2.               Abweichungen
3.2.1.           übermäßige Unruhe
3.2.2.           Verzögerung des Geburtsbeginn
 
4.           Verhalten unter der Geburt
4.1.               normales Verhalten
4.2.               Abweichungen
Unfähigkeit, die Fruchthüllen zu öffnen
Infantophobie
Abbruch der Geburt
Aggression gegen Besitzer
 
5.           Verhalten während der Laktation
5.1.               normales Verhalten
5.1.1.           Verhaltenselemente
5.1.2.           Veränderungen beim Fortschreiten der Laktation
5.2.               Abweichungen
5.2.1.           Ablehnen der Welpen
5.2.2.           Infantizid und Kannibalismus
5.2.3.           „Objektspiel“ mit Welpen
5.2.4.           übermäßiges Drohverhalten gegen Welpen
5.2.5.           Übermäßige Vereidigung der Welpen
 
6.           Entwöhnung
6.1.               normales Verhalten
6.2.               Abweichungen
6.2.1.           keine Entwöhnung
6.2.2.           übermäßige Aggression
 
7.           Scheinträchtigkeit
7.1.               normales Verhalten
7.2.               Abweichungen
7.2.1.           reduzierte Futteraufnahme
7.2.2.           „Depression“, Rückzug
7.2.3.           Verteidigung von Welpenersatzobjekten
 
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Christina Sondermann
Beschäftigung und Spiele - trainings- und therapierelevante Besonderheiten
 
Den meisten Hundebesitzern – und erst recht den Hundetrainern – ist mittlerweile bewusst, wie wichtig es für das Wohlergehen und die psychische Gesundheit der Hunde ist, ihnen ein Beschäftigungsprogramm anzubieten, das sie sowohl körperlich auslastet als auch mental fordert und – durch das gemeinsame Tun – die Bindung zwischen Hund und Mensch stärkt.
Im Mittelpunkt dieser Lektion stehen einfache wie qualitätsvolle Spiele für den Alltag, die ohne aufwändiges Zubehör oder besondere Vorkenntnisse umgesetzt werden können: von Hunden und Menschen jeden Alters und in jeder Lebenssituation – unabhängig davon, ob die Hunde im klassischen Sinne „spielbegeistert“ sind.
Neben der Präsentation von Ideen und Spielanleitungen steht die Vermittlung von Hintergrundwissen im Vordergrund:
-          Wo liegen die Potenziale der einzelnen Spielarten: Wie wirken die Spiele? Wie kann ich sie unterstützend in der Grunderziehung (Gruppen- und Einzeltraining) sowie bei Verhaltensproblemen einsetzen?
-          Welches Spiel eignet sich für welchen Hund und in welcher Lebenssituation?
-          Wie baue ich die Spiele auf, damit Hund und Mensch Freude daran haben und der Erfolg vorprogrammiert ist. Was tun, wenn’s nicht klappt?
-          Welche „Spielregeln“ sind generell zu beachten?
 
Diese Lektion soll Sie in die Lage versetzen, die verschiedenen Spielbereiche erfolgreich - sowohl im Einsatz mit dem eigenen Hund als auch in Training und Verhaltensberatung von „Kundenhunden“ - anwenden zu können.
 
20a
Dr. Cathleen Wenz
Kundenorientiertes Handeln und Kommunikation mit Menschen
Wir geben ihnen mit diesem Studienbrief wichtige Grundlagen für den Umgang mit den menschlichen Kunden. Die Verständlichkeit im Vordergrund sehend, wird oft die männliche Form genutzt. Die weibliche Form betrachten wir als eingeschlossen.
Dass wir bei den Beispielen oft Extreme beschreiben, dient der Verdeutlichung von abstrakteren Inhalten. Sie werden im Einzelfall auch andere Erfahrungen gemacht haben. Kommunikation ist kein Thema der exakten Wissenschaften. Eine hohe Variation ist dem Kommunikationssystem immanent.
Wie wir es von den Studienbriefen der ATN gewöhnt sind, werden wir Ihnen Gedankengänge vermitteln, auf denen sie aufbauen und sich selbst entwickeln können und keine Populärrhetorik im Sinne von
Verkäuferschulung.
Im ersten Kapitel beschäftigen wir uns mit den Grundlagen der Kommunikation. Da wir tiefer in das, was leichthin als Kommunikation bezeichnet wird, eindringen, werden wir erfahren, dass dies ein komplexer und vielschichtiger Vorgang ist. Daraus können wir sicher schlussfolgern, dass einfache Rezepte des kommunikativen Umgangs mit Menschen so hinter der Wirklichkeit bleiben, dass sie den „Geruch“ von Scharlatanerie bekommen würden.
Wir bereiten im Umgang mit Menschen keine Mahlzeit vor im Sinne von - ein bisschen von dem und von dem und umrühren, schmeckt fast allen-. Aber um in dem Bild zu bleiben, wir lernen die Zutaten kennen und das hilft uns, mit unseren Kunden professioneller umzugehen.
Um die theoretischen Konzepten vorstellbar zu machen, folgen oft sofort in Klammern ein oder mehrere Beispiele. Damit bekommen die Skelette Fleisch, was auf Kosten der einfachen Lesbarkeit geht.
Die Inhalte reichen von der Rhetorik über Kundenorientierung mittels Aufteilung der Gesellschaft in Gruppen, über Typisierungen bis hin zur Trauerbegleitung beim Tod eines Haustieres.
Im Kapitel 4 werden Gesprächstechniken und Konfliktmanagementstrategien behandelt. Bei der Thematik Konflikte wird die Prävention genauso angesprochen wie die kommunikative Konfliktlösung.
Für unsere Zwecke, die ja nicht bis zum psychologischen Therapeuten für Menschen reichen müssen, werden die Gesprächsführungsmöglichkeiten in Einzeltraining (Beratungsgespräch/Behandlung) und Gruppentraining aufgeteilt. Die Zuordnung der lösungsorientierten Ansätze zum Gruppentraining hat nur pragmatische Gründe, sie sind im Einzelgespräch auch   anwendbar.
 
Inhalt
1.   Grundlagen der Kommunikation - Menschliche Kommunikation
1.1. Kommunikationsformen –verbale und nonverbale Kommunikation
1.2   Die Speicherung von Informationen                                             
1.3. Die Ebenen der Kommunikation                                                    
1.4. Die Kommunikationsstile                                                               
1.5   Evaluationsstufen der Biokommunikation                                     
1.6   Die nonverbale Kommunikation                                                    
1.7   Herausforderung der kommunikativen Arbeit mit Tierhaltern               

2.    Einführung in die Rhetorik                                                             
2.1   Historische Gesichtspunkte der Rhetorik                                     
2.2   Die fünf Produktionsstadien der Rede                                         
2.3   Die kommunikativen Rechte                                                          
2.4   Techniken der selbstsicheren Kommunikation als Konfliktmanagementstrategien - Fragetechniken

3.    Kundenorientierung                                                                       
3.1   Zielgruppen und Zielgruppenorientierung                                             Sinusmilieus als ein Gruppierungsansatz der Gesellschaft
3.2   Typisierungen und Techniken zur Vermeidung von Konflikteskalation                  
        Verhaltenstypen in Gruppen
        Führungsstile
        Empfehlungen
3.3   Gruppenprozesse                                                                        
 
4.     Konflikte und Konfliktmanagement                                               
4.1   Ursachen von Konflikten               - Konfliktprävention
4.2   Personenzentrierte Gesprächsführung – Grundsätze, Prinzipien Techniken, Fallbeispiel
4.3   Gesprächsführung im Einzeltraining/Beratungsgespräche/Behandlung 
               
4.4   Lösungsorientierte Gesprächsführung und Leitung im Gruppentraining     
        Grundsätze, Didaktische Grundsätze, Prinzipien,
        Techniken , Konfliktmanagementstrategien für Konflikte in Gruppen
        Fallbeispiel
4.5   Das Harvard Konzept                                                                                                                                
4.6   Verhinderung von Mobbing - Umgang mit Kundenkritik gegenüber Berufskollegen

4.7   Fazit und Zusammenfassung       
                                                                                                             
5.     Grundgedanken der Trauerbegleitung beim Tod eines Heimtieres              
       
à Diskurs Mensch -Tier –Beziehungen
         Verluste durch den Tod
5.1    Einführung zum Thema Sterben und Tod und Trauer, Euthanasie,
 
Der Trauerprozess
5.2    Menschliche Trauerrituale                                                           
5.3    Empfehlungen für eine Trauerbegleitung                                    
5.4    Fallbeispiel aus der Praxis „Trauergespräch“                                                                                           
Anlage
Anwendungsbeispiel Informationsveranstaltung                                                                                                                              
20b/c
Dr. Ute Blaschke –Berthold
Beratungsgespräch
 
 
 
 
 
 
 
In der Lektion 20b "Beratungsgespräch" wird dargestellt, wie wichtig es ist, in der Befragung des Klienten und der Ausarbeitung von Verhaltenstherapiemaßnahmen einen klar strukturierten  Rahmen zu haben. Andererseits wird in dieser Lektion auch betont, wie wichtig es ist, sich nicht an starre Konzepte zu klammern, sondern sich individuell auf jede Situation, jeden Menschen und jeden Hund einzustellen.
Zu dieser Lektion werden Formulare zum Downloaden zur Verfügung gestellt, die für die Klientenbefragung hilfreich sind.
 
Modul 5b: (Lektion 21 – 23): Nicht prüfungsrelevante Lektionen zur Verhaltenstherapie von H.R. Askew, kommentiert von Ute Blaschke-Berthold und Joachim Leidhold
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Dr. Henry R. Askew
Eine Einführung in die Tier-Verhaltenstherapie, Praxisorganisation
Diese drei Lektionen sind von dem Verhaltenstherapeuten und Wissenschaftler, dem Amerikaner Dr. Henry R. Askew, zusammengestellt worden. Die Übersetzung aus dem Englischen wurde mit viel Aufwand durchgeführt, um die Inhalte getreu wiederzugeben. Sie werden darin nicht nur Strategien bei Verhaltensstörungen erlernen, sondern Sie bekommen auch Informationen darüber, wie man eine Verhaltenstherapeutische Praxis führt. Letzteres ist Thema der ersten Lektion.
 
In der zweiten Lektion geht es um Aggressionsprobleme.
Spezialisten für Haustierverhalten werden sehr häufig zu Rate gezogen, wenn Besitzer aggressive Hunde haben. Statistiken aus der Praxis von Verhaltensberatern belegen, dass ungefähr zwei Drittel aller Hundeproblemfälle eine oder mehrere Formen von Aggression gegen Menschen oder andere Hunde beinhalten.
Bereits den Pionieren auf dem Gebiet der Erforschung verhaltensgestörter Tiere war es von Anfang an klar, dass man Aggression bei Hunden nicht als ein einzelnes Problem, sondern als eine Reihe von Problemen ansehen sollte, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden.
 
Die dritte Lektion von Henry R.Askew bezieht sich auf weitere Verhaltensprobleme wie Angst, mangelhafte Stubenreinheit, Urinmarkieren, Unkontrollierbarkeit beim Spaziergang, Betteln/Einfordern von Futter, Spiel, Streicheln etc., Stereotypien, destruktives Verhalten, übermäßiges Bellen, Hyperaktivität und Übererregbarkeit, Probleme im Sexualverhalten, im mütterlichen Verhalten, im Zusammenhang mit der Futteraufnahme und mit dem Ausscheidungsverhalten.
Damit sind die wichtigsten Verhaltensstörungen und deren Therapie sehr ausführlich beschrieben. Besondere Themen zu Angst und Aggression werden in anderen Lektionen abgehandelt
 
Zusatzinformation zu den Scripten von Dr. Henry R. Askew:
Die Skripten von Askew wurden im Jahr 2006 von Dr. Ute Blaschke-Berthold und Dipl.-Biol. Joachim Leidhold mit viel Aufwand überarbeitet und mit Kommentaren versehen. Damit gewinnen die Lektionen einen besonderen Wert. Der Leser sieht nicht nur die bei vielen Problemen unterschiedlichen Sichtweisen, sondern deren chronologische Entwicklung in den letzten Jahren.
In vielen Abschnitten haben die Texte Diskussionswert und verhindern dadurch die Dogmatisierung bestimmter Themen, die manche Autoren gerne unverhandelbar darstellen, und sie sind meist freiwillig nicht bereit, ihren Standpunkt neueren Erkenntnissen zu öffnen.
An den Stellen, an denen die Meinung von drei Autoren allgemeine Akzeptanz findet, hat der Leser ein sichereres Gefühl, als wenn sie nur von einem Autor stammen würde.
Wissen auf diese Art zu vermitteln, müsste eigentlich eine gängige Praxis werden. Beim Lesen der Kommentare beginnt erst das echte Studium, bei dem der Leser regelrecht zum Nachdenken gezwungen wird
22
Dr. Henry R. Askew
Verhaltensstörungen und Verhaltenstherapie des Hundes - Aggressionsverhalten
23
Dr. Henry R. Askew
 
 
Behandlung weiterer verbreiteter Verhaltensprobleme beim Hund

 

   **Änderungen behalten wir uns vor. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 


Lektion 10

 

Lektion 15

 

Lektion 16

 

Lektion 11

 
 

Fakultative Seminare und Praktika